Qualität
Logos und Label
Wer Schafe hat, muss sich früher oder später darüber Gedanken machen, was er mit der Wolle und den Fellen anfangen möchte, die er von seinen Tieren erhält. So ließen wir die Wolle zu Strickgarnen verspinnen, zu Vliesen kardieren und brachten die Felle zum Gerber. Alle Produkte wurden auf lokalen Märkten angeboten. Die Nachfrage stieg, die Zahl der Schafe und KommunardInnen auch, ebenso die Freude und das Interesse an ökologischen Textilien. So wurde über die letzten 30 Jahre hinweg aus einem kleinen Faltblatt dieser umfangreiche Katalog. Bei der Anzahl und Vielfältigkeit unserer Produkte ist natürlich nicht mehr alles aus unserer Wolle gestrickt und aus unseren Fellen genäht. Denn beide - Wolle und Felle - haben eine ganz bestimmte Qualität, die sich für ganz bestimmte Verwendungszwecke optimal eignen. Zum Beispiel lassen sich hervorragend voluminöse Streichgarne für dicke Pullis, Handstrickgarne oder Bastelmateria-lien aus unserer Wolle herstellen. Feine Kammgarne für weiche Unterwäsche spinnen zu lassen, ist dagegen nicht möglich. Das und vieles andere überlassen wir lieber Spezialisten, die sich auf ihrem Gebiet auskennen und mit unseren Qualitätskriterien übereinstimmen.
Regionale Wolle und Felle
Das Interesse an biologisch erzeugten Produkten aus der Region steigt stetig an. Im Lebensmittelbereich ist es mittlerweile eine Selbstverständlichkeit und das Angebot ist groß. Im Textilbereich haben solche Produkte eher Seltenheitswert. Wenn Ihnen die heimische Produktion und Verarbeitung von Schurwolle am Herzen liegt, suchen Sie in unserem Katalog nach Produkten, die mit unseren entsprechenden Logos gekennzeichnet sind, im Internet können wir sie bisher noch nicht entsprechend kennzeichnen.
Die Größe unserer Schafherde reicht längst nicht mehr aus, um die Nachfrage nach Fellen abzudecken. Daher kaufen wir von uns bekannten Schäfern aus dem süddeutschen Raum Rohfelle dazu. Um sie haltbar zu machen, werden sie eingesalzen. Haben wir genügend Rohfelle gesammelt, bringen wir sie in die Gerberei. In Süddeutschland gibt es nur noch eine Gerberei, die Felle nach unseren Vorstellungen gerben kann.
Wir möchten keine Ware aus Billiglohnländern oder unklarer Herkunft beziehen. Das gilt auch für unsere Felle. In Deutschland gibt es strenge Vorschriften, z.B. wie die Abwässer einer Gerberei entsorgt werden müssen. Auch lange Transportwege, die wir nicht selber vornehmen, auf denen dann doch Felle vertauscht werden könnten - nein danke. Uns ist der direkte Kontakt zu unserem Gerber sehr wichtig, denn Gerben ist ein kompliziertes Handwerk mit vielen Arbeitsgängen. Da ist es nur von Vorteil, wenn alles von einer Hand ausgeführt wird.
Wir möchten, dass waschbare Felle auch wirklich waschbar sind. Damit das möglich ist, wird der synthetische Gerbstoff Chrom-Relugan in die Gerblohe gegeben. Er geht mit der Lederseite
eine unlösliche Verbindung ein. Weder Wasser, noch Schweiß oder Urin kann den Gerbstoff herauslösen. Deshalb können Sie unsere chrom-relugan-gegerbten Felle immer wieder ohne Qualitätseinbußen waschen.
Welche Gerbung ist die bessere? Darauf gibt es keine klare Antwort. Im täglichen Gebrauch unterscheiden sich pflanzliche und waschbare Gerbung nicht. Sie sind beide wärmend, strapazierfähig und langlebig. Aber natürlich hat das pflanzlich gegerbte, ebenso wie das alaungegerbte Fell eindeutig einen ökologischen Vorteil in der Herstellung, da nachwachsende Rohstoffe verwendet werden.
Einen viel größeren Unterschied macht es, wenn man einzelne Felle miteinander vergleicht. Es gibt dünnes geschmeidiges oder dickes festes Leder, je nach Alter des Schafes. Da gibt es feine, flauschige, weiche, feste, dichte Wolle. Auch die Wollfarbe kann schneeweiß, hellweiß, cremeweiß bei den pflanzlich gegerbten oder hellgelb bis dunkelgelb in fließenden Übergängen bei den waschbar gegerbten Fellen sein. Dazu kommt noch, dass viele Schafe gar nicht rein wollweiß sind, sondern feine Pigmentierungen wie kleine dunkle Punkte oder Schattierungen aufweisen, die man auf dem Rohfell gar nicht sehen kann.
In Deutschland sind Herden mit 1000 Schafen schon sehr groß. Da wir Rohfelle von regionalen kleinen Herden kaufen, ergibt sich diese eigentlich wunderbare Vielfalt. Wir lehnen es ab, die Felle nach dem Gerben bleichen oder gar färben zu lassen, um diese kleinen Unterschiede auszugleichen. Aber so manches Mal stöhnen wir, wenn wir passende Felle zum Nähen von Felldecken suchen.
Schon in früheren Zeiten war es Zuchtziel, Schafe mit weißer Wolle zu bekommen, damit man sie gut färben kann. Das erklärt das Aussterben vieler Landschafrassen, die meistens keine weiße Wolle besitzen. Es gibt heute im Verhältnis sehr wenig braune Schafherden.
Wirklich schwarze Felle gibt es noch seltener, weil das Sonnenlicht die Spitzen der Wolle aufhellt. Braune, melierte und gescheckte Felle lassen wir mit dem dritten Gerbverfahren, der Alaungerbung, zu Zierfellen gerben, die mit ihrer natürlichen Haarlänge schöne Einzelstücke sind, denn Wollqualität, Wollfarbe und Haarlänge gleichen sich selten genau.
Bioland
Als Bioland-Mitglied sind wir verpflichtet, nach den Richtlinien der kontrolliert biologischen Tierhaltung (kbT) zu arbeiten. Neben der artgerechten Haltung der Schafe müssen auch Futtermittel und Einstreu aus kontrolliert biologischem Anbau stammen. Pestizide zur Bekämpfung von Außenparasiten sind nicht erlaubt und der Einsatz von Medikamenten ist stark reglementiert. Natürlich kommen der Anbau gentechnisch veränderten Saatguts und die Verwendung solcher Pflanzen als Futtermittel nicht in Frage. In größeren Zusammenhängen gedacht, geht es darum, eine intakte Umwelt zu erhalten und mit Rohstoffen und Energieressourcen so schonend wie möglich umzugehen.
IVN
Anfangs genügte es zu sagen: „Wir haben eine Wanderschäferei und die Wolle kommt von unseren Schafen“. Das war ein überzeugendes Qualitätskriterium. Heute ist unsere Produktpalette viel differenzierter. Daher sind klare Aussagen notwendig geworden, die für den Verbraucher nachvollziehbar und glaubwürdig sind. Deshalb sind wir 2001 dem Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft e.V. - kurz IVN - beigetreten. In ihm haben sich Versender und Lieferanten der Naturtextilbranche zusammengeschlossen. Der IVN verfügt über einen umfangreichen Richtlinienkatalog, der den Begriff Naturtextil genau definiert. Hier gibt es klar formulierte und nachprüfbare Anforderungen an konsequent ökologische Textilien. Dies beginnt beim Anbau der Fasern über umweltverträgliche Verarbeitung, sozial verantwortliche Herstellung bis hin zur Kennzeichnung der Endprodukte. Die Überprüfungen und Zertifizierungen werden von unabhängigen Institutionen durchgeführt. Unter der Federführung des IVN haben sich vier internationale Gruppierungen zusammengeschlossen, um einen weltweit anerkannten Standard für ökologisch produzierte Textilien zu schaffen.
Der IVN vergibt zwei verschiedene Qualitätszeichen:
- Global Organic Textile Standard (GOTS)

Hier müssen mindestens 70 % des Faseranteils aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA) bzw. kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT) stammen. Die Anforderungen des IVN-Richtlinienkatalogs werden mit sehr wenigen Ausnahmen erfüllt. IVN-zertifiziert Best Hier müssen 100 % des Faseranteils aus kbA bzw. kbT stammen. Herstellung, Verarbeitung und Sozialkriterien entsprechen den Richtlinien des IVN. Weitere Informationen über den IVN finden Sie im Internet unter www.naturtextil.com. - aus kbT-Wolle
Produkte mit dieser Textkennzeichung werden aus Schurwolle hergestellt, die aus kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT) stammt.
Unser Ziel ist, die gesamte Strickbekleidung aus diesem Material anzubieten. Da zur Zeit nur eine begrenzte Farbauswahl zur Verfügung steht, sind momentan nur die Farben rot, jeans und anthrazit aus kbT-Wolle.